Am 13.06.2026 fand in Leipzig auf Initiative der Landesarbeitsgruppe „Soziales“ der GRÜNE Tag mit Vorträgen und Arbeitsgruppen rund um das Thema Gerechtigkeit statt. Als Kernaspekte wurden das Recht auf Teilhabe, die Würde jedes Menschen und damit verbunden die Notwendigkeit des Zuhörens und der Aufgeschlossenheit für subjektive Belange und Sichtweisen auch angesichts unterschiedlicher Einstellungen betont.
Den Auftakt der Veranstaltung machten nach den Begrüßungen Dr. Georg Heidbrink (Vorstand der Diakonie Leipzig) und Ursula Nonnemacher (Ministerin a.D. für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg). In seinem Beitrag betonte Dr. Heidbrink, dass es unter Gerechtigkeitsaspekten nicht darum gehen kann, Menschen einen wie auch immer gearteten Wert zuzuweisen sondern die Würde eines jeden Menschen im Vordergrund stehen muss. In Ihrem Vortrag fragte sie unter anderem, wie es sein kann, dass Deutschland mit einem der teuersten Gesundheitssysteme weltweit zugleich bei der Lebenserwartung z.B. gegenüber anderen europäischen Staaten deutlich zurückfällt. Gerechtigkeit bedeutet hier Zugang zu medizinischer Versorgung und im Vorfeld Aufklärung und Prävention in der Breite, da zivilisationsbedingte Belastungen und Erkrankungen wie Adipositas und Diabetes Typ II immer weiter verbreitet sind.
In den anschließenden Arbeitsgruppen ging es um Themen wie Mobilität, Rechtsstaatlichkeit, Arbeit und Wirtschaft, Lernen und Wissenschaft sowie Geschlechtergerechtigkeit und Antidiskriminierung, Gesundheit, soziale Absicherung und Inklusion, Ökologie, Mensch und Natur sowie Teilhabe in Kultur, Sport und Gemeinschaft für alle.

Inhaltlich wurden etwa zum Thema Energie Fragen einer breiten Beteiligung in der genossenschaftlicher Organisation, die Weiterentwicklung des Denkmalschutzes zur Ermöglichung von Photovoltaik (PV) sowie die Vorbildrolle der öffentlichen Hand mit PV auf öffentlichen Gebäuden diskutiert. Mit Blick auf Mobilität wurde die Notwendigkeit aktualisierter Schulwegepläne hervorgehoben und die Einrichtung von Tempo 30 Zonen bei fehlenden Fuß- oder Radwegen – Maßnahmen, die zugleich ein Mehr an Sicherheit für alle bringen. Ein wichtiges Thema war auch die breite Zugänglichkeit und Verlässlichkeit des ÖPNV. Mit Blick auf Fragen des Naturschutzes im ländlichen Raum kommt es darauf an, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren. Die Menschen – etwa in der Landwirtschaft – in ihren Belangen ernst nehmen, aber mit Blick auf die Fakten (Trockenheit, Extremereignisse …) fest bleiben.
Ähnlich wurde in der abschließenden Podiumsdiskussion das gegenseitige Ernst-Nehmen in individuellen Belangen und das Zuhören als wichtige Voraussetzung gerechter Politik betont.

Alles in allem ein engagierter Tag, der viele Anregungen für die lokale Arbeit zu bieten hatte.